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23.01.2010 / München

München - Weltstadt der Herzmedizin

In Münchner Kliniken können Herzpatienten bereits heute von Behandlungsmethoden der Zukunft profitieren. Die Vorteile: bessere Heilungschancen und deutlich höhere Lebensqualität bei chronischen Erkrankungen.

Fünfhundert Fachmediziner diskutierten am Samstag, 23. Januar, in der Klinik Augustinum München über neue Behandlungsmethoden in der Kardiologie, die Patienten mit Vorhofflimmern und anderen Herzerkrankungen schon heute zurück ins Leben helfen. Beim 13. Kardiologie- und Kardiochirurgie-Symposium der Klinik Augustinum München und der Herzklinik der Ludwig-Maximilians-Universität berichteten führende  Kardiologen über Erfolge im Kampf gegen die am weitesten verbreiteten Erkrankungen des Herzens.

Die Mediziner um Prof. Michael Block, Chefarzt der Kardiologie an der Klinik Augustinum, stellten eine weiter verbesserte Ablationsmethode zur dauerhaften Heilung von Vorhofflimmern vor, kündigten aber auch die Zulassung lange erwarteter Medikamente zur Verhinderung von tödlichen Schlaganfällen und Embolien als Folge von Vorhofflimmern an. Gerade diese neuen Wirkstoffe versprechen für viele Patienten eine Befreiung von
gravierenden Nebenwirkungen der dauerhaften Medikamenteneinnahme. Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Lebenserwartung müssten immer mehr Patienten kardiologisch versorgt werden, erklärte Prof. Block, einer der wissenschaftlichen Leiter des Symposiums. Der rasante Fortschritt in der Medizin erlaube es aber glücklicherweise, immer mehr - auch hoch betagten - Patienten sehr lange ein Höchstmaß an Lebensqualität zu erhalten.

Gestiegene Heilungschancen bei Vorhofflimmern

Die Mediziner konnten vor allem über neue Therapiemöglichkeiten bei Vorhofflimmern berichten, einer besonders heimtückischen Form von Herzrhythmusstörungen, von der bis zu zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind - oft ohne es zu ahnen. Bei Vorhofflimmern besteht ständig die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnseln, die zu einem Schlaganfall oder einer Lungenembolie führen können. Dr. med. Jürgen Brömsen, kardiologischer Oberarzt der Klinik Augustinum München, stellte für diese Patienten eine weiter verbesserte Ablationsmethode vor. Bei einer Ablation wird versucht, Herzzellen, die Vorhofflimmern auslösen, mit Hilfe eines Katheters dauerhaft auszuschalten. Dabei besteht bei vielen Patienten eine sehr gute Chance, das Vorhofflimmern dauerhaft zu heilen - das optimale Ergebnis.

"Wir haben die Methode der Ablation noch weiter verfeinern können", erklärte der Mediziner. "Mit Hilfe eines wie ein Lasso geformten Katheters können wir die Ursache von Vorhofflimmern jetzt noch schneller und gezielter beseitigen", so Brömsen. Die Methode ist noch schonender als die bisher angewandten Methoden und daher auch bei Patienten mit vielen Vorerkrankungen anwendbar. Aber auch für Betroffene, die allein medikamentös behandelt werden können, ist eine deutliche Verbesserung in Sicht. In Kürze stehen neue blutverdünnende Medikamente zur Verfügung, die signifikant weniger Nebenwirkungen verursachen als das derzeit gebräuchliche Präparat Marcumar. Insbesondere entfällt hier
auch die Notwendigkeit ständiger Blutabnahmen. Dadurch empfinden die Patienten die dauernde Einnahme als deutlich weniger einschränkend.

Gibt es bald die "Herzklappen-Prothese to go"?

Berichtet wurde auf dem Symposium auch über weitere Fortschritte in der Behandlung von Klappenfehlern. Der Ersatz von Aortenklappen auf minimal-invasivem Weg ohne Öffnung des Brustkorbs - vor wenigen Jahren noch eine Sensation - ist in der Klinik Augustinum München längst selbstverständlich. Die Methode wird bislang insbesondere bei älteren Patienten angewandt, bei denen ein operativer Klappenersatz mit Eröffnung des Brustkorbes zu riskant wäre. Ob diese Methode zukünftig auch bei jüngeren Patienten angewendet werden kann, werden Langzeitstudien zeigen. Die bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen gäben jedoch Anlass zu großem Optimismus, so der Tenor der Vorträge. "Welche Methode
für einen Patienten optimal ist, wird in der Klinik Augustinum München grundsätzlich von einem Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten gemeinsam entschieden", erläutert Chefarzt Prof. Block. Nur das garantiere die bestmögliche Behandlung.

Auch Blocks Gesamtfazit des Symposiums fällt positiv aus: "Wir konnten einmal mehr zeigen, dass der Medizinstandort München im Bereich Kardiologie und Kardiochirurgie mit führend in Deutschland ist. Die Innovationsdichte ist wegen der engen Zusammenarbeit von universitärer Forschung und klinischer Praxis im nationalen Kontext einzigartig. Noch wichtiger: Der Tag hat bewiesen, dass der Fortschritt hier direkt den Patienten zugutekommt."