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11.01.2010 / München

Kampf dem Vorhofflimmern

Die Klinik Augustinum München und die Herzklinik am Augustinum der Ludwig-Maximilians-Universität München laden am 23. Januar 2010 zu einer hochrangig besetzten Kardiologie-Fachtagung in München ein.

Themenschwerpunkte sind verbesserte Methoden zur Therapie von Vorhofflimmern und neue Ansätze zur Behandlung von Herzklappenfehlern.

Die Deutschen werden immer älter, brauchen mit fortschreitendem Alter aber immer öfter kardiologische Hilfe. Zu einem Innovationszentrum der Herzmedizin hat sich in den letzten Jahren vor allem die Stadt München entwickelt. Über einige der wichtigsten Neuerungen bei der Behandlung häufiger Herzerkrankungen diskutieren am 23. Januar 2010 rund 500 Fachmediziner und Wissenschaftler auf dem 13. Kardiologie- und Kardiochirurgie-Symposium der Klinik Augustinum München und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Vorgestellt werden neueste Behandlungsmethoden, die in der Klinik Augustinum bereits erfolgreich angewandt werden.

Bessere Waffen zur Therapie von Vorhofflimmern

Die Mediziner werden auf dem Symposium insbesondere über weitere Fortschritte bei der Behandlung des Vorhofflimmerns, einer ebenso weit verbreiteten wie tückischen Form von Herzrhythmusstörung, berichten. Bis zu zwei Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Das besonders Gefährliche am Vorhofflimmern ist, dass es, je nach Schwere der Erkrankung, zunächst nur leichte oder gar keine Symptome verursacht. Trotzdem können sich insbesondere jederzeit Blutgerinnsel im Herzen bilden, die dann zu einem Schlaganfall führen können.

Für Patienten mit Vorhofflimmern stehen aber seit neuestem weiter verbesserte Behandlungsmethoden zur Verfügung: Mittels einer so genannten Katheterablation lässt sich die Krankheit mittlerweile in vielen Fällen dauerhaft heilen. Die Ärzte der Klinik Augustinum München wenden diesen Eingriff, bei dem die für das Flimmern verantwortlichen Herzzellen mittels Hochfrequenzkatheter oder Kryoballon isoliert werden, bereits seit 2004 bzw. 2008 erfolgreich an. Auf dem diesjährigen Klinik-Symposium wird nun ein weiter verbessertes Ablationsverfahren vorgestellt: Mit Hilfe eines Lassokatheters können die Zellen, die das Vorhofflimmern auslösen, noch schneller und gezielter isoliert werden. Die Methode ist daher noch schonender als die bisher gängigen Behandlungsarten und kann deshalb auch bei geschwächten Patienten durchgeführt werden.

Neue Blutverdünnung mit weniger Nebenwirkungen

Große Hoffnungen setzen die Münchner Herzspezialisten auch in neu entwickelte Medikamente zur Blutverdünnung. Mit ihnen lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen, wie sie bei den bislang verfügbaren Mitteln unvermeidbar waren, dramatisch reduzieren. Gerade Patienten mit Vorhofflimmern, die zur Verhinderung von Schlaganfällen dauerhaft auf Präparate wie zum Beispiel Marcumar angewiesen waren, können zukünftig mit den neuen Medikamenten unkomplizierter, sicherer und schonender behandelt werden.
Auch Patienten, für die weder Ablation noch medikamentöse Behandlung in Frage kommen, kann in München mittlerweile geholfen werden: In einem schonenden, minimal-invasivem Eingriff kann ihnen ein neu entwickelter Schirm in das so genannte Vorhofohr im Herzen implantiert werden. Dieser Schirm verschließt dauerhaft das Vorhofohr. Da die Blutgerinnsel ganz überwiegend im linken Vorhofohr entstehen, reduziert sich durch diesen Eingriff die Gefahr eines Schlaganfalls für den Patienten deutlich.

Prof. Michael Block, Chefarzt der Kardiologie an der Klinik Augustinum München, betont den praktischen Nutzen dieser Innovationen für die Patienten: "Mit den neuen Behandlungsmethoden können wir noch mehr Patienten mit Vorhofflimmern wieder zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen. Wir können die Erkrankung nun noch öfter heilen als bisher und die Angst vieler anderer Patienten vor einem Schlaganfall mindern. Damit haben wir wieder einen großen Erfolg gegen das gefährliche Vorhofflimmern erzielt."

Neue Herzklappe ohne Operation

Die Münchner Mediziner können beim Symposium über weitere Erfolge berichten: Die Implantation künstlicher Aortenklappen ohne Öffnung des Brustkorbs stellt bei Patienten, für die eine konventionelle Operation zu riskant wäre, eine echte Alternative dar. Dabei wird die neue Herzklappe durch die Haut über die Herzspitze oder die Leiste direkt ins Herz eingeführt und dort eingesetzt. Für die Patienten bedeutet das: Die Operation birgt - insbesondere für Patienten mit Begleiterkrankungen - weniger Risiken, die schmerzhafte Prozedur der Brustkorböffnung bleibt ihnen erspart und sie sind deutlich schneller mobil als bei einer konventionellen Herz-OP. Dank der engen Zusammenarbeit von Kardiologen, Kardiochirurgen und Anästhesisten in der Klinik Augustinum ist sichergestellt, dass jeder Patient die für ihn optimale Behandlung erhält.

Die Klinik Augustinum München
Die Klinik Augustinum München wurde 1964 in direkter Nachbarschaft zum Wohnstift Augustinum München-Neufriedenheim im Münchner Westen vom evangelischen Pfarrer Georg Rückert gegründet. Sie verfügt über 182 Betten und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem angesehenen Zentrum für interventionelle Therapien bei Herz- und Gefäßerkrankungen, insbesondere auch bei Rhythmusstörungen des Herzens entwickelt. Weitere Fachgebiete sind die Gastroenterologie, die Nephrologie einschließlich einer Dialysestation sowie die Pneumologie inklusive eines Schlaflabors. Die Klinik Augustinum München verfügt über modernste Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.