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Matthias Steiner
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15.04.2019 / München

Augustinum ist nationaler Pilotbetrieb für Lebensmittelrettung

Das Augustinum wird Pilotbetrieb im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Am Standort München-Neufriedenheim testet Deutschlands führender Anbieter von Seniorenresidenzen, wie die Menge der weggeworfenen Lebensmittel reduziert werden kann. „Wir sind stolz, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft tatkräftig bei diesem Projekt zu unterstützen“, sagt Christoph Specht, Geschäftsführer des Augustinum. „Lebensmittelverschwendung geht uns alle an: Sie schadet der Umwelt und verursacht gesamtgesellschaftlich hohe Kosten. Wir sind dabei, wenn es darum geht, nachhaltige Konzepte in Küchen zu entwickeln.“

Ende 2018 wurde das Augustinum Mitglied beim Verein „United against Waste e.V.“, der sich gegen Lebensmittelabfälle engagiert. „Darüber kam die Regierung auf uns zu, ob wir uns nicht als Pilotbetrieb zur Verfügung stellen möchten. Wir haben sofort zugesagt“, sagt Specht. Denn die Bundesrepublik sowie alle EU-Länder haben sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Damit sind sie Teil der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen, die Hunger und jede Form der Fehlernährung bekämpfen soll. Die Teilnehmer der „Nationalen Strategie“ wollen freiwillige Maßnahmen erarbeiten, mit denen zum Beispiel Restaurants, Kantinen und Krankenhäuser die Menge der weggeworfenen Lebensmittel reduzieren. Auch Erzeuger, verarbeitende Betriebe und Verbrauchervertreter sollen Maßnahmen entwickeln.

Das Augustinum ist schon in der Umsetzung: Das Restaurant für Bewohnerinnen und Bewohner und das Casino für Mitarbeitende der Residenz München-Neufriedenheim, der Klinik Augustinum München und der Zentralverwaltung der Augustinum Gruppe sind ab 6. Mai Pilotbetrieb. Zunächst wird vier Wochen lang gemessen, wie viel Abfall in welchem der vier Bereiche anfällt:  Lagerung, Produktion, Portionsgröße oder Zubereitung. Dann werden gemeinsam mit Vertretern von BMEL, WWF und anderen Teilnehmern der „Nationalen Strategie“ passgenaue Maßnahmen erarbeitet. „Die Maßnahmen setzen wir sofort um und testen in erster Reihe, wie wir Lebensmittelabfälle reduzieren können“, sagt Specht. „Natürlich machen wir keine Kompromisse bei Angebot, Qualität und Hygiene. Wir setzen nach wie vor auf frisch zubereitete Menüs. Aber wir sind gespannt herauszufinden, wo wir unnötigen Abfall vermeiden können.“

Lebensmittelabfälle sind global ein riesiges Problem: Studien besagen, dass weltweit ein Drittel bis die Hälfte aller produzierten Lebensmittel entsorgt statt gegessen wird. Allein in Deutschland wirft jeder Bürger rund 82 Kilogramm Essen pro Jahr weg. Insgesamt kommt die Bundesrepublik auf 18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle im Jahr. Das frisst Ackerfläche, verbraucht Wasser und lässt Tonnen klimaschädliches CO₂ entstehen. „Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen kommt letztlich allen zu Gute: der Umwelt und den Verbrauchern“, sagt Specht. „Durch nachhaltiges Wirtschaften werden zudem Mittel frei, mit denen wir künftig auf noch mehr Regionalität setzen und die wir in unsere Mitarbeiter investieren, etwa durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen.“

Den Beiräten des Augustinum, die in den Residenzen die Bewohner vertreten, wurde das Konzept schon vorgestellt. „Es ist wichtig, dass wir transparent mit dem Thema umgehen. Wir merken auch, dass Nachhaltigkeit für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein wichtiges Thema ist“, so der Geschäftsführer. Die Ergebnisse der „Nationalen Strategie“, die auch in mehreren Dialogforen besprochen werden, will das Ministerium im Jahr 2021 vorstellen. Das Augustinum arbeitet schon heute an nachhaltigen Konzepten für die Zukunft.

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