Mechanisch oder bio – was ist die bessere Herzklappe?
Rund 300.000 Menschen in Deutschland leben mit einer künstlichen Herzklappe. Wenn die eigene Klappe schlappt macht, stehen die Ärzte vor einer Entscheidung: Ist eine mechanische Klappe aus Metall oder eine biologische von Rind oder Schwein die bessere Alternative, um den Patienten von seinen Herzbeschwerden zu befreien? Mit dieser Frage und weiteren aktuellen medizinischen Entwicklungen beschäftigten sich mehr als 500 Ärzte und Pflegekräfte aus Deutschland und den benachbarten Ländern am 21. Januar beim Kardiologie- und Kardiochirurgie-Symposium der Klinik Augustinum München.
Wer bekommt welche Herzklappe – dieser Frage widmete sich Prof. Dr. med. Ralf Sodian, leitender Oberarzt der herzchirurgischen Klinik und Poliklinik der Ludwig Maximilian Universität München am Augustinum. Die mechanische Variante aus Metall gilt als verschleißfrei, andererseits müssen die Patienten ein Leben lang blutverdünnende Medikamente einnehmen und sich mit deren Nebenwirkungen abfinden. Wird eine biologische Herzklappe vom Rind oder vom Schwein eingesetzt, ist eine lebenslange Blutverdünnung nicht erforderlich, allerdings ist die Lebensdauer dieser Klappen geringer.
Welche Operationsmethode und welcher Klappentyp für den einzelnen Patienten geeignet sind, wird in der Klinik Augustinum interdisziplinär im Herz-Team besprochen. Die tägliche fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen, Kardiologen und Kardio-Anästhesisten, sowohl in der Entscheidungsfindung als auch in der Vor- und Nachbetreuung der Patienten, ist ein Markenzeichen und ein besonderes Qualitätsmerkmal der Klinik Augustinum München.
Durch. Prof. Dr. med. Michael Block werden seit 2008 in der Klinik Augustinum mit großem Erfolg auch Aortenklappen ohne Eröffnung des Brustkorbes über die Leiste mittels eines Herzkatheters ohne Vollnarkose eingesetzt. Mittlerweile können auch gealterte Bioprothesen durch Einsetzen einer Klappe in die vorhandene Klappe über die Leiste repariert werden, und als Alternative für Patienten mit Gefäßverengungen im Beckenbereich steht die Schlüsselbein-Schlagader als neuer Zugangsweg zur Verfügung.
Die intensive Zusammenarbeit und die Erfahrung der Spezialisten kommt in der Klinik Augustinum auch Patienten mit einem thorakalen Aorten-Aneurysma, einer blutgefüllten Aufdehnung der Hauptschlagader im Brustkorb, zugute. Über die chirurgische Behandlung dieser lebensgefährlichen Erkrankung sprach im Rahmen des Symposiums Prof. Dr. med. Christian Hagl, seit Oktober Nachfolger von Prof. Dr. med. Bruno Reichart als Direktor der herzchirurgischen Klinik und Poliklinik der LMU (Campus Großhadern) und damit auch Chefarzt der Herzchirurgie der Herzklinik Augustinum.
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Bildtext: Herzspezialisten beim Symposium (von links): Prof. Dr. med. Christian Hagl, Direktor der herzchirurgischen Klinik und Poliklinik der LMU, Campus Großhadern; PD Dr. med. Erich Kilger, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie der LMU, Leiter der Herzchirurgischen Intensivstation der Herzklinik Augustinum; Prof. Dr. med. Michael Block, Chefarzt der Kardiologie der Klinik Augustinum München; Prof. Dr. med. Ralf Sodian, leitender Oberarzt der herzchirurgischen Klinik und Poliklinik der LMU am Augustinum. Foto: Augustinum
